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Inhalte des Projekts
Die Abbildung, die im Folgenden erläutert werden soll, zeigt schematisch die Prozesse,
die bei der Therapieein- und -umstellung eines chronisch kranken Patienten in unserm Zielmodell durchlaufen
werden. Die einzelnen Werkzeuge werden dabei im Projektverlauf entwickelt und kommen stufenweise zum Einsatz.
In unserem Zielmodell trifft der Patient auf ein in der Kommunikation und Motivation geschultes
Praxisteam (I), das den Patienten über das Modell informiert und zur Teilnahme motiviert, sodass dieser sich in
das Modell einschreiben kann, wobei auf die Freiwilligkeit der Teilnahme immer zu achten ist (E).
Mit elektronischer Unterstützung von AiDKlinik erfolgt eine Qualitätsüberprüfung (H) der Medikation und eine
individualisierte schriftliche Patienteninformation (F), die das Medikamentenberatungsgespräch (J) ergänzt.
Kommt es zur stationären Einweisung des Patienten, so wird die bisherige hausärztliche
Medikation und Therapieerfahrung strukturiert elektronisch an das Krankenhaus übermittelt (G) und steht
der behandelnden Fachabteilung im Universitätsklinikum bei Aufnahme des Patienten zur Verfügung. Eventuell könnten
hier auch weitere Verordnungsdaten der Krankenkasse einfließen (K). Zu Beginn der stationären Behandlung im
Universitätsklinikum werden die bisherigen Arzneimittel - soweit weiterhin indiziert und in der
Klinikumsapotheke verfügbar (Klinikumsapotheke ist auf etwa 3000 Medikamente beschränkt!)- fortgeführt.
Arzneimittel, die nicht Teil des hauseigenen Sortimentes (Hausliste) sind, werden auf die in der Klinikapotheke
verfügbaren therapeutischen Alternativen umgesetzt (A). Die gesamte Medikation wird bezüglich Dosierung und
Arzneimittelkombination einer Qualitätsprüfung unterzogen und ggf. optimiert (H). Die hierfür zu entwickelnde
Software (sogenanntes Switchmodul) wird verbunden mit einer umfassenden Dosierungshilfe bei Niereninsuffizienz,
einer Wechselwirkungsprüfung und der Prüfung auf Doppelverschreibungen von Wirkstoffen. Außerdem ist es gekoppelt
an zahlreiche andere Wissensbasen und im Universitätsklinikum entwickelte Therapiealgorithmen (AiDKlinik).
Bei Entlassung des Patienten erfolgt mit dem Switchmodul eine Rückübersetzung auf die besonderen
Verhältnisse unter ambulanten Bedingungen. Dabei wird der Wechsel auf indizierte und bisher gut tolerierte
Vormedikation gefördert. Außerdem werden die Vorgaben von §115 c SGB V berücksichtigt (z.B. Verschreibung von
Inhaltsstoffen statt Handelsnamen, Empfehlung von kostengünstigeren (z.B. generischen) Arzneimitteln mit gleichem
Inhaltsstoff). Wiederum werden die Arzneimittel sowohl bezüglich Einzeldosis als auch in ihrer Kombination(z.B.
auf Wechselwirkungen) geprüft (H). Der Vertragsarzt hat die Möglichkeit, sich zuvor über die Arzneimitteltherapie
mit dem behandelnden Arzt im Universitätsklinikum zu beraten (B). Im Entlassungsbrief wird ihm dafür ein fester
Ansprechpartner genannt.
Dem Patienten kann eine individualisierte Therapieinformation zur Anwendung der Arzneimittel
ausgedruckt werden (F). Der Vertragsarzt erhält den Arztbrief (D) mit den gleichen Arzneimittelinformationen
und führt nach der stationären Entlassung ein auf dieses Konzept abgestimmtes ausführliches
Medikamentenberatungsgespräch (J). mit dem Patienten durch. Ziel der persönlichen Erörterung zwischen
Vertragsarzt und Patient ist die nachhaltige Umsetzung der Therapie unter häuslichen Bedingungen. Der Vertragsarzt
bekommt ergänzend die Möglichkeit, über die Internetverbindung mit dem Universitätsklinikum jederzeit
Arzneimitteltherapien auf Risiken überprüfen und Dosierungen individualisieren zu können und darüber
patientenbezogene Therapieanleitungen ausdrucken zu können. Die AiDKlinik gestützte Rezeptschreibung ist sowohl
ambulant als auch stationär möglich (C).
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